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Warum Meditation? – Meditation ist die Reise in/zu sich selbst

Aktualisiert: 20. Juli 2019

„Die Meditation – dein Heiliges Schweigen – ist der Weg zum spirituellen Geist“ (Tom Brown)

In einer von Unruhe, Rastlosigkeit, Lärm, Ablenkung und reizüberflutenden Welt, sein Licht am Horizont zu erahnen und seine individuelle (Lebens-)Ausrichtung, gelenkt vom inneren Kompass, beizubehalten, ist mehr denn je die Zauberformel eines erfüllenden und erfüllten Lebens. Kinder wissen instinktiv was gut für sie ist. Wie von einem inneren Drang bewogen, richten sie sich an einem Punkt in der Zukunft aus. Doch diese „Suchbewegungen“ (Henning Köhler) in die Zukunft werden gegenwärtig (zu) häufig von unserer beschleunigten und konsumistisch zentrierten Gesellschaft, ihrer Anerkennungsstrukturen (Oliver Stengel) und ihrer Erziehungssysteme gestört, gar fehlgeleitet. Die Beschleunigungstendenz (Hartmut Rosa) unserer Gesellschaft verursacht immer häufiger stressinduzierte Krankheitserscheinungen. (Dis-)Stress beeinträchtigt unser menschliches Sein auf allen Ebenen, und beeinflusst unsere sog. „Miniparadigmen (Davidson und Neale), so wissen wir aus der Sportwissenschaft, der Psychologie und der Neurobiologie. Wir wissen heute jedoch auch um die positiven neuromodularen Wirkungen von Achtsamkeitstraining und anderen Meditationstechniken und vor allem vom "freien Spiel".

Doch „Hektik und Stress begleiten Kinder heute oft schon von klein an“ (Ursula Salbert, Klappentext), und in das von ihrer Fantasie geleitete Spiel fallen Kinder immer seltener. Doch eigentlich ist das Spielen eines ihrer Haupttätigkeiten (Salbert, Polster, Quarch, Largo, Hüther, Gopnik) – dennoch wir Lernraumgestalter (Eltern, Lehrer, Erzieher, Pädagogen und Begleiter) müssen nicht unmächtig zuschauen. Wir können die Kinder mitnehmen auf meditative, kontemplative Stilleübungen und entspannungsgeleitete Fantasiereisen. Stille- und Körperübungen sind Sinnespflege und geistige Schulung. Meditation ist „mystische, kontemplative Versenkung“ (Duden, Fremdwörterbuch). Wer sich in sich versenkt, ist auf dem Weg zu seiner inneren Mitte. Wer sich „in seiner Mitte“ erlebt hat, kann „aus seiner Mitte handeln“. Diese Redewendungen meinen im Grunde nichts anderes, als umsichtig, herzlich, d.h. sozial verträglich und verantwortungsvoll handeln zu können – sozial emotional intelligent zu sein (einmal im Fachjargon ausgedrückt). Meditation ist Stilleübung „Ruhe ist für die Seele der Anfang der Reinigung“ (Basilius der Große)

Stille heißt nicht nur das Nichtvorhandensein von Geräuschen und Lärm, sondern auch die Abwesenheit von Ablenkung und innerer Unruhe. Meditation meint nichts weiter als die „in sich Versenkung“, das Finden der inneren Balance und tiefen inneren Ruhe – des eigenen Stillwerdens; meist gelenkt über die Achtsamkeit über den Atem und einer individuell gewählten Technik. Techniken, bzw. Meditationstechniken gibt es viele, nahezu jede Hochkultur hat ihre eigene hervorgebracht, wird doch Meditation oder die damit hervorgerufene Komtemplation seit menschengedenk ersucht. Die innere Versenkung und die innere Ruhe bedeutet für die Seele Frieden. Die Seele etymologisch von See stammend, wird wie der See, von der von außen einströmenden Bewegung (Analogie Wind) stürmisch, aufgewühlt und unstet. Ein See in Windstille und Ruhe jedoch ist klar und durchsichtig. Ja er wird „einsichtig“ – so auch unsere Seele. Die Analogie des Windes weiterverfolgt, gibt uns Aufschluss darüber, was das Eindringen von äußeren Reizen, gar Hektik, für unseren Wesenskern bedeutet. Wir gelangen zur inneren Bewegtheit. Ist diese Bewegung und Bewegtheit anregend (sog. Eustress), besten falls entwicklungsförderlich? Dann schafft die Einflussnahme von außen eine 'An-regung' zum eigenen Bewegen, gar etwas bewegen, es aktiviert sich gleichwohl ein positiver Lernprozess. Wiederum, „jegliche Persönlichkeitsentwicklung ist Lernen", so formulierte es Henning Köhler treffend. Wir Menschen sind sozial eingestimmte Wesen und brauchen Einflüsse und angemessene „Störung“ von Außen, die auf unser System wirken. Jene, die unsere Homöostase kurzzeitig stören und uns zur Anpassung (sog. Adaptation) provozieren. Nur durch das Verlassen unserer sog. Komfortzone (vgl. Erlebnispädagogik) sind wir Menschen in der Lage zu Lernen und uns zu entwickeln.

Nehmen die Reize von Außen jedoch Übermaß und damit Überhand, verliert man die Kontrolle, hat es nicht mehr in der Hand, oder ist „einfach“ durcheinander, unkonzentriert, überdreht, leicht reizbar, weniger empathisch, rastlos (und all die anderen Symptome die neuzeitlich unter HDAS „bekannt“ sind) oder man wird weinerlich, (über)ängstlich, lethargisch. All dies ist an sich ein äußeres „gesundes“ Ausdrucksverhalten, meist eines Kindes, zum Anzeigen der jeweiligen individuellen oder gar kollektiven Lage. (Nebenbei erwähnt nähmen diese Fälle seit den letzten Jahren sogar statistisch auffällig zu). Gelangt man jedoch zunehmends in eine unkontrollierbare oder überwältigende Lage, spitzen sich häufig die Symptome und die Reaktionen der Umwelt synchron zu, und es entsteht ein sog. „Teufelskreis“. „Während Aktivität als eine Grundmöglichkeit des Umgangs mit einer Situation jedem vertraut ist, fällt es oft schwer die nötige Ruhe zur Bewältigung der Anforderung zu finden“ (Anette Raschdorf, S. 10). Erhält ein Kind/Erwachsener jedoch die Möglichkeit sich als in sich selbst ruhend und eingestimmt erlebt zu haben, und besteht in dieser Fähigkeit, vielleicht sogar eine (antrainierte) Fertigkeit (d.h. in jeglicher Situation abrufbar), kann sich dies in einem sozial passenden („fit“, Remo Largo) und souveränen Verhalten äußern. Das Kind/Mensch erlebt sich als „selbstbe-stimmt“ und selbstwirksam. „Besonders Kindern mit aggressivem Verhalten wird darin die Chance geboten, ihre Lebenssituation hilfreich aufzufangen“ (Anette Raschdorf, S. 10), denn sie haben eine (neu erlangte) Bewältigungsstrategie in der Hand (näheres zu Lernen, Bewältigungsstrategie, Emotionsregulation, Bewusstsein u.v.m. in meinem zeitnah erscheinenden Buch.

Meditation mit Kindern

Meditation, d.h. Stille- Entpannungs- Körperbewusstheits- und Wahrnehmungsübungen lassen das Kind (wieder) lernen, dass das was es tut, es ganz tut – mit allen Sinnen. Meditationsübungen sind Sinnesübungen – für Leib und Seele. Die Übenden können sich in einer (kurzzeitig wiedergewonnen) Einheit von Körper, Geist und Seele wiederfinden und mit dem Umraum verschmelzen – sich kontemplieren, ihre Angebundenheit spüren, sich neu orientieren und auf göttliches Walten vertrauen. Solcherlei Übungen, im folgenden einige etwas näher beschrieben, fördern das Erreichen eines inneren Gleichgewichts, sowohl auf spiritueller, mentaler, seelischer als auch auf körperlich-organischer (und neurochemischer) Ebene. Es schafft den Ausgleich von Angespanntheit und Entspanntsein, durch den Wechsel von Bewegung und Versenkung, im Außen und Innen – ein wichtiger Ausgleich zu (s)einer sonst häufig, alltäglich, erlebten Ohnmacht und Hilflosigkeit, in einer heute leider kinderunfreundlichen Welt. Die Meditation ist dabei nur die „Form“ und nicht der Zustand. Sie ist wie die Backform in die der Teig hineingegossen wird. Der Teig hier als solcher ist der jeweilige Bewusstseinszustand – das Bewusstsein/Gewahrwerden über seine eigene (innere) Verfassung und sein Sein in der (Um)Welt. Meditieren mit Kindern ist schwierig und leicht zu gleich, liegt ihr Bewusstsein von Natur aus im Alpha-Wellen-Bereich. Ein Zustand den erwachsene Menschen erst nach vielen Stunden Meditationspraxis (wieder) erlangen. 'Backformen' dafür gibt es viele; allen gleich ist:

Die Meditation ist (nur) die „Brücke“ und beruht auf vier Grundpfeilern; *die Suchenden müssen sich wohl fühlen und entspannt sein *sie dürfen Beschränkungen, Störungen und Beschwerden ihrer Körper keine Beachtung schenken *sie brauchen eine passive Haltung, werden sie mit Ablenkungen konfrontiert, die sie rausreisen und schließlich *brauchen sie ein 'Haar'; der wichtigste Faktor und gleichzeitig der Grund für die Hauptunterschiede der einzelnen Religionen/Meditationspraktiken (Tom Brown, Jr. S. 73). *Das „Haar“ in einer längeren Geschichte von Tom Brown beschrieben, steht versinnbildlicht für die Übung, welche unseren „physischen Geist“ (der rastlose, unbeherrschte) ins versenkende Tätigsein versetzt. So, wie der unruhige Dämon aus der Geschichte, der ein gekräuseltes (afrikanisches) Haar glattziehen sollte (nur der Beschäftigung wegen, ohne ideologischen Hintergrund) um seinem Herrn in Ruhe zu lassen. *„Das Haar ist nur ein Symbol – ein Symbol für diesen letzten Grundpfeiler der Meditation“ (Tom Brown, S. 77). Diese 'Haare' können viele Namen haben …

Meditationshaare“ *Fantasiereisen, autogenes Trainig mit Kindern: (Buch; „Kindern Stille als Erlebnis bereiten“) → Diese Meditation ist auch schon mit Kleineren möglich, jedoch empfiehlt es sich vorerst im Liegen zu beginnen. Über die erzählgestützte Meditation und das deutliche Druckgefühl der Auflage, d.h. über körperliche Empfindung, gelangt man ins geistige, bewusstseinsmäßige Gefühl; "fühlt Euren Körper auf der Unterlage, Fühlt Euren Kopf wie er ganz "oben" aufliegt, was 'oben' bedeutet, wenn ihr auf dem Boden liegt, Fühlt wie Euer Hals gestreckt ist und Euch zwischen Schultern und Kopf verbindet ..."

*Atemzentrierte Übungen: in der Achtsamkeitsmeditation (MBSR), Yoga, Qui Gong, „cool down-Atmung“, Urtongesang → Einfach und achtsam konzentriert ausgeführte Atemübungen beruhigen und beleben den eigenen Atemrhythmus und erlauben den Übenden zudem ein „Insichhineinlauschen“ und lassen ein gutes „gesundes“ Körpergefühl und Körperbewusstsein erwachsen.

*Partnermassage; „Wettermassage“, „Beim Pizzabäcker“

*Dankbarkeitsübungen und Gebete, Rituale, Sprüche, (spirituelle, traditionelle) Zeremonien und

*Meditieren in der Natur: "Waldbaden“ (Clemens Arvay), Wahrnehmungs- und Achtsamkeitsübungen aus der Wildnispädagogik: „mein Sitzplatz“, Weitwinkelsehen, einen Baum umgreifen, fox walk, Bäume beobachten, „in die Natur lauschen – in sich lauschen“

All diese Übungen („Haare“) helfen die überflutenden Ablenkungen zu unterbinden und „inne zu halten“. Die in den Übungen über die Sinne wahrgenommen Empfindungen betonen weniger die sonstigen kognitiven Leistungen, wie Erfassen, Operieren und Merken von Informationen, als vielmehr die Achtsamkeit und das Gewahrsam sein und die Erkenntnis über sich und die Welt als ein Teil der Welt. „Durch die bessere Selbsterkenntnis entwickelt das Kind ein gutes Gespür für die sozialen Bedürfnisse seiner Umgebung“ (Anette Raschdorf, S. 6) und letztlich auch für sich und seine Verantwortung darin. Zudem schafft Meditation das Empfinden von Zentriertheit, Gelassenheit, innerer Ruhe und Frieden und dies fördert nicht zuletzt das Glücklich sein → "Glück kann man lernen", wie es der Buchtitel von Ernst Fritz-Schubert verrät. Also „in der Ruhe liegt die Kraft“. Ich wünsche Euch viel Vergnügen und Erfolg in der Anwendung einiger hier vorgestellter Meditationsformen und dem Schmökern in den vorgeschlagenen Informationen auf der „Reise zu sich selbst“.

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